Mariposa

Martin und ich waren vom 16.-23. Juli 2005 auf Gran Canaria. Für Donnerstag hatten wir uns mit einer der Damen verabredet, die im Norden Tierschutz für Katzen betreiben. Da Andrea Hansen, eine sehr engagierte Tierschützerin selbst dringend nach Deutschland geflogen war, wurde sie durch Lotti vertreten. Lotti ist eine sehr nette Schweizerin, die uns alle Abläufe erklärte. Sie baten wir auch, uns den "Tierschutz-Arbeitsplatz" von Andrea zu zeigen, die Tötungsstation von Banaderos ..... Wir WUSSTEN, dass es hart werden würde, dort durch die Käfige der Todeskandidaten zu gehen, aber wir dachten, wir könnten vielleicht Fotos machen und so noch ein paar Hunde vor Ablauf ihrer 21 Tage-Frist gut vermitteln. Auch viele Katzen sahen wir, massenhaft in kleinen Käfigen....Sie werden angeblich nicht getötet, nur wenn kein Platz ist....

An einer Wand waren alle die Hunde angeleint, die an dem Tag erst gekommen waren (gefunden, abgegeben, eingefangen). Es waren ca. 15 große Hunde und diese Menge kommt täglich!
 

Mariposa (rechts) wurde bei ihrer Ankunft zusammen mit einer Husky Hündin an der Hauswand angekettet.

Unter ihnen war eine Podenco-Hündin, die mich mitten ins Herz traf. Sie war etwa 5 Jahre alt und hatte große Gesäuge, was darauf schliessen ließ, dass sie jahrelang als Gebärmaschine missbraucht worden war. Ihr wollte ich unbedingt helfen und nahm mir vor, sie entweder schnellstmöglich zu vermitteln, oder sie vorläufig selbst aufzunehmen. Zwar habe ich eigentlich keine Zeit für einen Hund, unsere Wohnung ist auch nicht riesig, aber SIE hatte mein Herz erobert und IHR wollte ich helfen, zumal ich Podencos schon immer wundervoll fand und sie mein Traumhund war. Ich bat Lotti, mit den Verantwortlichen zu sprechen, dass ich Interesse an dem Hund habe und sie sie also auch nach den 21 Tagen nicht töten sollen. Gestern sagte mir Lotti, sie habe einen Vertrag für die Hündin und wenn ich 40 Euro bezahle, gehört "Mariposa" (so wollte ich sie nennen) mir und sie darf leben.

Ich freute mich riesig und so fuhren wir gestern vor unserem Abflug noch einmal zur Tötungsstation, um sie zu besuchen. Ich lief alle Käfige ab, doch ich sah sie nirgends! Ich fragte nach und man sagte mir "Käfig 31", doch da saß nur ein anderer Podenco. Ich bekam Panik und fragte, was sie mit meinem Hund gemacht hätte. Da sagte die Frau nur: "Das ist der Podenco, den wir nicht getöttet haben, weil Sie ihn haben wollten, den anderen haben wir gestern eingeschläfert......."

Mir sackte der Boden unter den Füßen weg und die Tränen liefen einfach... Sie haben MEINE Mariposa getötet und sie mit einem anderen Hund verwechselt! Was Lotti nicht wusste: Es gibt ein neues Gesetz, wonach jeder Podenco SOFORT getötet werden darf, wenn der Besitzer den Hund in der Tötungsstation abgibt. Podencos will niemand haben und so nehmen sie in den Tierheimen und Tötungsstationen nur Platz weg. So wurde es gestern Lotti und uns erklärt...... HÄTTE ICH DAS GEWUSST, HÄTTE ICH MARIPOSA NICHT AUS DEN AUGEN GELASSEN !!!!!!!!!

Nun ist sie TOT! Wegen eines so kranken Gesetzes !!!!!

Die Hündin, die "versehentlich" am Leben gelassen wurde, weil man ja dachte, ich hätte Interesse an ihr, habe ich nun adoptiert. Sie heisst Chispa, ist erst 2 Jahre alt, weiss mit braunen Sprenkeln und SIE kann nichts dafür, dass sie nur "VERSEHENTLICH" noch lebt! Wenigstens SIE soll eine Chance haben!

Jessica